Die Leere dieses bewusst karg gehaltenen Raums füllt Gerhard Fehn als namenloser Trainer einer drittklassigen Fußballmannschaft vollkommen und kompromisslos vom ersten Augenblick seines Erscheinens aus. Die Inszenierung prangert an. (…) Einsam und als Täter entlarvt, dem Mitleid der Zuschauer ausgeliefert, verkörpert Gerhard Fehn brillant die aussterbende Sorte der DDR-Parteigetreuen.(…) Glaubwürdig und richtig packend(…)
HEILBRONNER STIMME 21.10.2008
Gerhard Fehn überzeugt. (…)Doch zunächstist der Namenlose, dieser Schwächling, der von Gerhard Fehn in einem bravourösen Monolog dargestellt wird, nur ein unangenehmer Schreier, hilflos deprimiert(...)So spricht er sich in Rage, Gerhard Fehn, der seit „Dinner für Spinner“ (2003) den Heilbronnern ein Begriff ist.
RHEINISCHE POST 07.08.2008 Kantig und expressiv verkörperte Gerhard Fehn den tragischen Helden (...) Fehn agierte zwischen lautstarker Empörung, melancholischen Rückzügen und der theatralischen Geste. Er jonglierte mit Klischees, etwa zu Frauen und Fußball, reizte mit polternden Erkenntnissen zum Schmunzeln. Doch es war immer ein Lachen, das im Halse stecken blieb. (..) Aufwühlend spielte Fehn die innere Zerissenheit und Hilflosigkeit des Trainers, um dann, als sei nichts gewesen, die nächsten Fußball-Bambinis zu erwarten.
BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN 28./29.06 2008 Die schauspielerische Größe Fehns und die Stärke der Inszenierung von Cécile Kott zeigen sich darin, dass Fehn seinen Trainer nicht zur Witzfigur verkommen lässt, sondern ihm eine anrührende Authentizität verleiht und den Zuschauer so mit hinein reißt in die seelischen Abgründe eines gebrochenen Menschen, der die Abwehrschlacht seines Lebens kämpft. Völlig zu Recht wird Gerhard Fehn nach seinem Auftritt von den begeisterten Zuschauern kaum von der Bühne gelassen.
FEKI-Kritik (Studentische Community Bamberg)11.11.2007 (...) Treibt einem die Selbstoffenbarung zu Beginn noch vor Lachen die Tränen in die Augen, so bleibt einem dieses doch zunehmend im Hals stecken. Gerhard Fehn lässt seinen Trainer nicht zur Witzfigur verkommen, sondern spielt ihn mit einer Authentizität, die rührt. Ein Stück für alle, ein Pflichtprogramm für Fußballer. Unbedingt sehenswert.
Nordbayerischer Kurier 11.11.2007 13:20 Die Premiere am Samstagabend war nicht zuletzt eine Glanzleistung der Regisseurin Cécile Kott. Dass diese ganz nebenbei den Schmäh ihres Trainer-Protagonisten widerlegte, Frauen und Fußball seien unversöhnbare Antagonismen, ist nur das geringste ihrer vielen Verdienste um diese sehens- und hörenswerte Produktion. Kott hat Gespür für dieses polternde Sensibelchen, das sich da mit den Schulden eines vorgeblich glorreichen Provinzkickerlebens abplagt.
Fränkischer Tag 12.11.2007 Gerhard Fehn brilliert als Fußballtrainer im Studio des E.T.A.-Hoffmann- Theaters. Die Regisseurin Cécile Kott und ihr Protagonist haben in Körpersprache, Mimik und Stimme gezielt auch die trostlose Gegenwelt herausgearbeitet. Mal pumpt sich der Diktator am Spielfeldrand auf wie ein Napoleon, dann sacken unter dem Eingeständnis des verpfuschten Familienlebens nicht nur die Schultern des Verbal-Rumpelstilzchens zusammen. Wenn Gerhard Fehn leise, wenn sein Gesicht leblos fahl wird, erfährt man plötzlich sehr viel von den Schattenseiten der Wiedervereinigung.
KLAMMS KRIEG von Kai Hensel
Gerhard Fehn, der selber Realschullehrer war, bevor er als Schauspieler und Regisseur das Metier wechselte, spielt das Solo Klamms brillant und facettenreich. Wenn er vom pädagogischen Eros spricht, geschieht das mit der gleichen Überzeugungskraft wie sein allmähliches, erst von Wagnerklängen, dann vom Whiskey befeuerte Ausrasten. Er ist schon rein körperlich durchaus eine Respektsperson – ein Lehrer alter Schule, dem man es abnimmt, dass er eine pädagogische Mission in sich fühlt. Aber eben auch einer, der sich im Kampf mit der Institution Schule in befremdliche Obsessionen geflüchtet hat. Mal geistreich, ironisch und zynisch säuselnd, mal brutal und vulgär brüllend. FRÄNKISCHER TAG
Gerhard Fehn, normalerweise Regisseur (verantwortlich für die jüngste Bamberger Premiere mit „Ein Volksfeind“), sprüht bei seinem einstündigen Solo nur so vor überbordender Präsenz. Er beschuldigt, macht Angst, versucht sich in Diplomatie, ertappt Kollegen auf dem Schulhof bei Verbotenem. (...) Umso schneller reagierte am Ende das Premierenpublikum mit so stürmischem Beifall, wie er an so kleiner Spielstätte überhaupt möglich ist. NORDBAYERISCHER KURIER